Wir kriegen’s nicht leicht gemacht | Blogpost #002

Nach einer zwei Tage langen Durchquerung Norddeutschlands durch den Nord-Ostsee-Kanal kommen wir endlich in der Nordsee an. Als Willkommensgruß erwartet uns unser erster kleiner ‘Sturm’. Zwei Meter hohe Wellen spielen mit unserem Stahlboot herum, als wäre es eine Nussschale. Nach einer Nervenaufreibenden Einfahrt in die Cuxhavener Marina der von Schaukeleien geprägt ist kommt der nächste Schock. Beim Einfahren zu den Boxen geht auf einmal der Motor aus. Der starke Gegenwind treibt uns mit rasanter Geschwindigkeit zurück und die Beckenmauer kommt immer näher. Mit klammen Fingern startet Tim den Motor neu, reißt das Ruder rum und versucht es ein weiteres mal, diesmal ohne Motorunterbrechung. Anlegemanöver geglückt.
Der nächste Tag hat erst begonnen und schon geht’s wieder aufs Meer. Um vier Uhr früh heißt es Leinen los und auf nach Norderney. Kaum fünf Kilometer aus der Hafeneinfahrt heraus motort und das nächste Problem steht an. Der Motor ist schon wieder ausgefallen, jedoch lässt er sich dieses mal nicht so leicht neu starten. Nach langem Gesuche ist klar: die Leitungen sind verstopft und der Motor bekommt kein Sprit mehr. Tim und Tom setzen sich dran und pumpen die Schläuche aus. Henrik dreht den Schlüssel um. Es rattert nur. Nochmal. Es rattert. Nach zwei Stunden Versuchen und Verzweifeln schnurrt er auf einmal und jedem fällt eine Last ab. Wir kriegen’s nicht leicht gemacht aber weiter geht’s. Nach 24 Stunden fahrt und sieben weiteren Streiks des Motors kommen wir endlich in Norderney an. Nach einer Motor- und Tankreinigung geht es am 27. September weiter in Richtung Holland.
In Den Helder suchen wir für zwei Tage Schutz vor Sturm und schlechtem Wetter. Nach nur einem Segeltag müssen wir schon wieder in einen sicheren Hafen der sich in der nähe des kleinen Städtchens IJmuiden befindet.
Am 2. Oktober verlässt uns schließlich unser zeitweiliger Skipper, der uns einiges an theoretischen und praktischen Wissen mitgeben konnte. Nach zwei sonnigen Tagen auf denen uns sogar Delphine verfolgten kommen wir im Hafen von Den Haag an. Ein von großen Hochhäusern umgebener Yachthafen aber ohne die städtische Hektik. Perfekt um Vorräte auf zu füllen.