Die Reise nach Marokko | Blog #008

Nach all dem Arbeiten muss auch irgendwann mal gut sein. Vor allem wenn man in Lissabon ist und seit fast einer Woche die Arbeitsstätte nicht wirklich verlassen hat. Es kommt langsam zum Ende. Zu guter letzt kommt endlich der neue Windgenerator, unser alter hat sich anscheinend zu schnell gedreht und zum rauchen angefangen – kein gutes Zeichen. Dafür haben wir jetzt einen der zehn mal besser und somit das Stromproblem vom Boot verbannt. Aber ganz so einfach läuft’s mal wieder nicht, der Windgenerator ist ein kleines Stück größer als sein Vorgänger und passt nicht ganz auf unsere Halterung. Was jetzt? Eine Halterung kaufen kann man vergessen – 800€. Durch eine kleine Verlängerung nach oben würde alles perfekt passen. Wir find Gott sei dank jemanden im Hafen der uns weiter hilft. Wir sind nämlich in einer art Werft, überall wird an Booten gearbeitet und gewerkelt und praktischer weiße auch geschweißt. Tim geht vor zum Hafenbüro um nach zu fragen ob sie einen Schweißer frei haben – ja zufälligerweise schon! Montag können wir das Konstrukt abholen. 

Montag morgen kommt Tom mit dem Eisengestell in der Hand angerannt, ein bisschen aufgeregt ob’s denn jetzt klappt. Jooaaa. Der Rotor kann sich frei Bewegen und auch in alle Richtungen, aber zum Mast hin wird’s ein bisschen eng. Hoffen wir mal da wackelt nix.

Jetzt wo wirklich alle Arbeiten gemacht wurden können wir uns die Stadt anschauen. Eine echt tolle Stadt! Uns wurde empfohlen mit der Tram 28 zu fahren, die fährt wohl durch enge Gassen und an schönen Plätzen vorbei. Endstation ist auf einem Hügel von wo aus man einen tollen Blick bist zur Brücke hat. Langsam wird’s kalt, wir schwingen uns auf die Skateboards und fahren die ganze Strecke wieder runter.

Heute gehts wieder ab ins Wasser. Dienstag morgen noch schnell ein paar Kleinigkeiten erledigen, dann kommt schon der Kran angerollt.

Eigentlich wollten wir ja gleich nach Marokko, aber wir haben nach der langen Zeit auf Land den Wind ganz vergessen. Natürlich hatten wir kein Glück und der Wind kam aus der falschen Richtung. Dazu kommt jetzt noch ein Problem; Nach langem herum telefonieren haben wir das Problem, dass kein Hafen in Lissabon Platz für uns hat. Nach kurzer Verzweiflung fällt uns ein wir könnten ja einfach nach Callais fahren. Eine kleine Vorstadt etwa 30 km von Lissabon mit ziemlich großer Marina. Wir bleiben eine Nacht und gehen am nächsten Tag noch groß einkaufen für den Atlantik. Uns wurde geraten Dosen und Nudeln noch in Portugal zu kaufen, weil sie da noch am billigsten sind.

Es ist Donnerstag. Der Wind sieht ziemlich gut aus, wir haben echt Lust auf Segeln, wenn da nur nicht der strömende Regen wäre. Aber wir haben ja nicht umsonst eine komplette Regenausrüstung. In mehreren Schichten eingepackt manövrieren wir aus dem Hafen heraus wo riesige Wellen auf uns warten. Das haben wir nicht erwartet, aber naja, das steigert den Spaßfaktor.

Die Tage auf dem Wasser vergehen ziemlich schnell. Man kommt in einen Rhythmus voller Nichtstun rein. Der Tag besteht hauptsächlich aus faulenzen, essen und schlafen. Trotzdem passiert immer wieder was. Man erlebt wunderschöne Sonnenuntergänge, strahlende Sternennächte, atemberaubende Walsichtungen und spannende Kochexperimente. Uns wurde geraten fern von der Küste zu bleiben, weil Nachts viele Fischer ohne Licht auf dem Wasser sind.

Nach fünf Tagen sehen wir wieder Land. Aber diesmal ist es was anderes. Es ist ein neuer Kontinent, Afrika. Leider einer der ärmsten Kontinente aber auch gleichzeitig einer der schönsten. Mit der größten Sandwüste der Welt, verschiedenen Landschaften und eine enorme Tiervielfalt. Marokko ist dabei eines der nördlichsten Länder.

Wir laufen den Hafen von Agadir an. Er sieht auf den ersten Blick ziemlich modern aus, fast ein bisschen zu modern. Da wir wie gesagt nun außerhalb der EU sind, müssen wir einklarieren, das heißt, es kommen drei Beamte auf unser Boot und checken was wir so dabei haben. Dabei sind sie sehr gründlich und halten vor allem nach Drogen ausschau. Es waren trotzdem drei nette Herren die auch Humor hatten, als sie unsere Mehlpäckchen fanden.

Die Stadt finden wir alle nicht so schön, eine eher westliche Großstadt.

Unser Plan ist es ein Auto zu mieten und Land und Leute kennen zu lernen, der Hafenmeister kann uns eins für 160€ organisieren und am nächsten Tag gehts schon los.